Grüne Standpunkte: Die alte Synagoge in Fränkisch-Crumbach

 

Inzwischen ist sie wieder in aller Munde, die Synagoge von Fränkisch-Crumbach.

Die ehemalige Synagoge an der Erbacher Straße wurde bereits 1874 von der jüdischen Gemeinde errichtet und war bis 1936 Zentrum jüdischen Lebens in Fränkisch-Crumbach.

Nachdem die jüdische Gemeinde zu klein geworden war, um noch Gottesdienste durchführen zu können, musste die Synagoge auf Druck der Nationalsozialisten veräußert werden und ging im Frühjahr 1938 in Privatbesitz über. Sie wurde später als Kino umgebaut und bis 1988/89 als solches genutzt.

Was ist bisher passiert?

Bereits 2021 wurde von der Gemeinde ein Antrag auf Fördermittel aus dem Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ gestellt, dem die Nutzung der Synagoge zugrunde lag. Im September 2021 bekam Fränkisch-Crumbach einen Förderbescheid über 250.000 Euro vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen. Geschenktes Geld, das zweckgebunden ist und erst ausgezahlt wird, wenn die Gemeindevertretung der Annahme und damit der Ausgabeverpflichtung bis Ende 2023 zustimmt.

Sicher, das Geld reicht natürlich nicht aus, um die Synagoge in einen nutzbaren Zustand zu versetzen. Dazu benötigt man nach Schätzung von Frau Prof. Schulz, die bereits ein architektonisches Konzept entworfen und in der Synagoge der Öffentlichkeit im Rahmen eine BULF-Sitzung Mitte 2022 vorgestellt hat, ca. 1,5 Mio. Euro. Bei dieser Sitzung waren auch Vertreter des Denkmalschutzamtes anwesend, die ebenfalls einen Zuschuss im 6-stelligen Bereich in Aussicht stellten. Beide Beträge zusammen würden bereits 20% der voraussichtlichen Ausgaben decken. Alle Verhandlungen über den Verkauf der Synagoge sind bereits erfolgt, so dass das Gebäude zeitnah in den Besitz der Gemeinde übergehen könnte.

Welche Möglichkeiten der Finanzierung gibt es noch?

Von der Gemeindevertretung wurde Anfang 2022 beschlossen, einen Antrag auf Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm von 2023 bis 2029 zu stellen. Auch dieser Antrag beinhaltete unter Anderem, die Synagoge als Begegnungsstätte aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwecken. Auch hier gab es einen positiven Bescheid, so dass die Kommune in diesen Jahren für kommunale Projekte, zu denen auch die Synagoge zählt, eine Förderung von 65% bekommen würde.

Wie ist die Position der GRÜNEN Fränkisch-Crumbach dazu?

Die Synagoge ist für Fränkisch-Crumbach ein einmaliges historisches Kulturdenkmal, das es zu erhalten gilt. Ja, das ist eine große finanzielle Aufgabe, die bewältigt werden muss. Die Voraussetzungen dafür waren allerdings nie besser als jetzt. Mit der Förderung des Landes, der Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm und einer in Aussicht gestellten Förderung des Denkmalschutzamtes beläuft sich die Bezuschussung auf ca. 70% der Gesamtkosten. Ca. 30% muss die Gemeinde allerdings selber aufbringen, bei einer Investition von 1,5 Mio. Euro wären das 450.000 Euro. Das Dorferneuerungsprogramm läuft bis 2029, sodass die Investitionen auf mehrere Jahre verteilt werden könnten.

Wir sehen es als eine riesige Chance für Fränkisch-Crumbach, auch im Hinblick auf eine kulturelle Begegnungsstätte. In unseren Köpfen gibt es schon ganz viele Ideen für eine entsprechende Nutzung, die wir gerne umsetzen würden. Die Synagoge soll als Ort der Begegnung für alle Generationen auch eine Würdigung als einmaliges Kulturdenkmal erfahren. Speziell durch organisierte Veranstaltungen, wie z.B. Ausstellungen, Vorträge, Lesungen, Konzerte, Kinovorführungen, Theater, Beratungsangebote oder Bildungsveranstaltungen, wie z.B. Volkshochschulkurse könnte die Synagoge, aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt, zu etwas ganz Besonderem werden.

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